Tvrđava Gradina
Beschreibung
Die Festung Tešanjska tvrđava, auch als Gradina bekannt, ist eine der größten Festungen in Bosnien und Herzegowina. Sie wurde auf einem steilen felsigen Hügel mitten in Tešanj, am Fluss Tešanjka, errichtet. Von der Spitze der Festung aus sieht man die ganze Stadt im Tal, und von drei Seiten ist die Klippe nahezu unzugänglich. Gradina ist über drei Jahrtausende gewachsen: Auf einer illyrischen Befestigung errichteten die Römer ein Refugium, später entstand im späten Mittelalter eine Feudalstadt der Adelsfamilie Zlatonosović, und jeder nachfolgende Eroberer hinterließ seine eigene Schicht im Stein.
Die Gesamtfläche des Komplexes beträgt 5.600 m², der Umfang der Mauern 390 Meter, und die Mauern sind bis zu 2,4 Meter dick. Innerhalb der Festung sind der Krnja kula, eine Zisterne mit einem Fassungsvermögen von 70.000 Litern, die Tabija, der Dizdareva kula und der Uhrturm erhalten geblieben. Die Festung Tešanjska tvrđava wurde zum Nationaldenkmal von Bosnien und Herzegowina erklärt und steht heute stolz über der Stadt, die sich in ihrem Schatten entwickelt hat.
Drei Jahrtausende auf dem Felsen
Nur wenige Festungen in Bosnien und Herzegowina können sich einer Kontinuität rühmen, wie sie Gradina trägt: Funde aus der Bronzezeit belegen, dass dieser Hügel bereits im zweiten Jahrtausend vor Christus besiedelt war. Die Illyrer hatten hier ihre Festung, die Römer zerstörten sie und errichteten ihr eigenes Refugium, und die Slawen verwüsteten sie bei ihrer Ankunft erneut. Erst im späten Mittelalter entstand auf diesen Fundamenten die Feudalstadt der Adelsfamilie Zlatonosović, und 1461 wird Tešanj erstmals in schriftlichen Quellen erwähnt – in einem Brief von Papst Pius II. aus dem Vatikanischen Archiv.
Osmanische und österreichisch-ungarische Zeit
Unter osmanischer Herrschaft wurde die Festung grundlegend umgebaut: An der Stelle des älteren Donjon-Turms wurde der Krnja kula errichtet, eine Zisterne für 70.000 Liter Wasser mit Öffnungen für Kanonen, der Dizdareva kula, die Tabija mit einem Durchmesser von 23 Metern und einem Tunnel durch die Mitte sowie Kasematten an den Seiten und eine 90 Meter lange Schutzmauer. Das österreichische Heer unter Prinz Eugen von Savoyen belagerte die Festung 1697 drei Tage lang erfolglos und zog sich dann nach Slawonien zurück – was genug über ihre Widerstandsfähigkeit sagt. Sie wurde 1840 aufgegeben, und am Fuß des Hügels entstand damals der Uhrturm als stiller Zeuge des Epochenwechsels.
