Fluss Bregava
Beschreibung
Der Fluss Bregava ist nicht nur ein natürlicher Schmuck von Stolac, sondern auch die Lebensader, die seine wirtschaftliche und städtische Entwicklung über Jahrhunderte geprägt hat. In Nebenarme verzweigt, die rauschende Wasserfälle wie Pjena und Provalija bilden, ermöglichte er den Bau eines faszinierenden Systems von Mühlen und Stampfen, das bis ins 15. Jahrhundert zurückreicht. Diese Bauwerke, errichtet als Vakufs (Stiftungen) angesehener Familien aus Stolac, dienten zum Mahlen von Getreide sowie zum Waschen und Walken von Tuch und machten Stolac bis Mitte des 20. Jahrhunderts zu einem der wichtigsten Handwerkszentren Herzegowinas. Die Architektur dieser aus behauenem Kalkstein errichteten Objekte stellt den Höhepunkt der Volksbaukunst dar, in der sich die menschliche Hand und die Kraft des Wassers zu einer untrennbaren, funktionalen Einheit verbinden.
Das markanteste architektonische Symbol an der Bregava ist die Inat-ćuprija, eine Brücke im Stadtzentrum, deren Name mit einer der schönsten lokalen Legenden verbunden ist.
Legende über ihre Entstehung: Man sagt, dass die Baumeister im 17. Jahrhundert, unzufrieden mit der Herrschaft des Usurpators Trtko, absichtlich eine Brücke mit asymmetrischen Bögen errichteten. Aus diesem Wunsch, dem damaligen Autoritätsträger zu trotzen, entstand die Brücke, auf der nach den Worten der Einwohner von Stolac „jedes Auge schief ist“. Trotz ihrer legendären „Unregelmäßigkeit“ wurde die Brücke so meisterhaft geplant, dass sie die Jahrhunderte der angeschwollenen Bregava überstand und ein zentraler Punkt des gesellschaftlichen Lebens der Stadt blieb.
