Fluss Trebišnjica
Beschreibung
Die Trebišnjica ist ein herzegowinischer Versickerungsfluss mit einer Länge von 96,5 Kilometern, mit unterirdischen Wasserläufen insgesamt 187 Kilometer. Sie entspringt nahe Bileća auf einer Höhe von 398 Metern, und ihr endgültiges Ziel ist die Adria – über unterirdische Wasserläufe erreicht sie die Ombla, die bei Dubrovnik ins Meer mündet. Der Name stammt vom altslawischen Ausdruck trjeba, was Opfer oder Opferaltar bedeutet, und spiegelt ihre alte kulturelle Bedeutung wider.
An den Ufern wurden Spuren menschlicher Existenz gefunden, die über 40.000 Jahre alt sind. Vor dem Bau der Wasserkraftwerke galt sie als der längste natürliche Flussversickerungsfluss in Europa. Durch Trebinje fließt sie ruhig und klar und zieht Angler, Taucher und Ausflügler an. Sie ist die Heimat der endemischen Gaovica und des Grottenolms, der ihre unterirdischen Wasserläufe bewohnt. An den Ufern liegen die bekannten Ausflugsorte Studenac und Lastva, und die Stadt verbinden die Arslanagića-Brücke, die Ivo-Andrić-Brücke und die Steinbrücke.
Der Fluss, der verschwindet und zurückkehrt
Die Trebišnjica ist einer der faszinierendsten Flüsse auf dem Balkan gerade deshalb, weil sie ein Doppelleben führt. An der Oberfläche schlängelt sie sich durch Trebinje und den herzegowinischen Karst, verschwindet in Schlucklöchern und setzt dann ihren Weg unterirdisch zum Meer fort, wo sie als Ombla wieder auftaucht – einer der kürzesten Flüsse der Welt, nur 30 Meter lang – und bei Dubrovnik in die Adria mündet.
Dieses unterirdisch-oberirdische System besteht seit Jahrtausenden, und an den Ufern der Trebišnjica wurden auch paläolithische Überreste aus Crvena stijena gefunden, die belegen, dass Menschen schon vor mehr als 40.000 Jahren an diesem Fluss lebten.
Trebišnjica bei Trebinje

