Franziskanerkloster in Fojnica
Beschreibung
Das Franziskanerkloster des Heiligen Geistes in Fojnica ist nicht nur ein religiöses Gebäude, sondern ein wahrer Hüter der bosnischen Staatlichkeit und Kultur durch die Jahrhunderte. Seit der Ankunft der Franziskaner im 14. Jahrhundert, auf dem Höhepunkt des Bergbaubooms, wurde dieses Kloster zu einem zentralen Ort der Bildung und Spiritualität. Seine Bedeutung geht über den lokalen Rahmen hinaus, denn gerade die Franziskaner aus Fojnica waren im Laufe der Geschichte eine Brücke zwischen verschiedenen Kulturen und Herrschaften und bewahrten die Identität und Schriftkultur des Volkes. Heute, an den Hängen des Hügels Križ gelegen, stellt das Kloster mit seinem Museum und seiner Bibliothek eine der wichtigsten kulturellen Institutionen in Bosnien und Herzegowina dar.
Das Museum und das Archiv des Klosters bewahren Exponate, die von Jahrtausenden des Lebens in diesen Gebieten zeugen, von Waffen aus dem 11. Jahrhundert v. Chr. bis hin zu prachtvollen Volkstrachten. Zwei Objekte haben jedoch einen besonderen Status:
Ahdnama (1463): Die Urkunde von Sultan Mehmed II. Fatih, ausgestellt auf dem Feld Milodraž, mit der den Franziskanern die Freiheit der Religionsausübung und Sicherheit garantiert wurde. Dieses Dokument gilt als eines der ältesten Dokumente über Menschenrechte in der Geschichte.
Der Mantel von fra Anđela Zvizdovića: Der Überlieferung nach ist dies der Mantel, den der Guardian bei dem berühmten Treffen mit dem Sultan trug und der den Mut und die Weisheit der bosnischen Franziskaner in den schwersten Zeiten symbolisiert.
Geschichte und Bestand
Das Franziskanerkloster in Fojnica hat einen langen Weg von einem bescheidenen Häuschen in Pazarišće zu einem der kulturell bedeutendsten franziskanischen Komplexe in Bosnien und Herzegowina zurückgelegt. Die Franziskaner zogen im Laufe der Jahrhunderte um, wurden zerstört und kehrten zurück: 1502 legten sie mitten im dichten Wald unterhalb des Hügels Križ die Fundamente, auf denen auch das heutige Kloster steht. Die osmanischen Verfolgungen der Katholiken im Jahr 1524 zerstörten sowohl die Kirche als auch das Kloster, doch die Franziskaner fanden immer wieder einen Weg zurück. Der heutige Komplex aus dem Jahr 1863 ist das Werk des Planers Ante Ciciliani aus Trogir, und den Bau führten einheimische und dalmatinische Meister aus. Sukzessive Erweiterungen in den Jahren 1940 und 2001 gaben ihm seine heutige Form.
Museum und Inhalte
